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Das solltest du bei Musiknutzung im Podcast wissen und beachten

26. Juli 2020

Möchte ich Musik nutzen?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Mittlerweile habe ich auch schon Podcasts gehört, die komplett ohne Musik auskommen – und trotzdem funktionieren. Für mich war das zwar komisch und ungewohnt, aber das scheint ziemliche Geschmacksache zu sein.

Musik macht für mich ein Podcast-Konzept erst rund, da Musik sehr häufig als unterstützendes und wiederkehrendes Element eingesetzt wird. Das ist für deinen Wiedererkennungswert wichtig. Die Hörer erkennen deine Musik, wenn sie sie hören und bringen sie direkt mit dir bzw. deinem Podcast in Verbindung.

Aber welche Musik passt nun zu meinem Thema?

Wenn du über ein ernstes Thema sprichst, solltest du eher nicht auf fröhliche Klänge zurückgreifen. Umgedreht passt es natürlich auch nicht. Es sei denn du möchtest genau das bewirken und beispielsweise ein ernstes Thema dadurch auflockern. Auf sowas achte ich persönlich sehr.

Für mich ist es sehr wichtig, ob die Musik zum Thema passt. Transportiert die Musik deine Botschaft?

Musik ermöglicht aber auch einen sanften Einstieg in die eigentliche Podcastfolge oder kann begleitend bzw. ergänzend eingesetzt werden.

Ein weiterer Punkt ist die Sache mit den Rechten. Rechte, welche Rechte? Ich rede von Lizenzrechten, Nutzungsrechten und Urheberrechten.

Dieses Thema wirkt erst einmal ein wenig unübersichtlich. Was damit genau gemeint ist und was zu beachten ist – darauf gehe ich nachstehend genauer ein.

8 Tipps für thematisch passende Musik zu deinem Podcast

Websiten auf denen du Musik herunterladen kannst gibt es unzählige. Jedoch sind nicht alle empfehlenswert, manche undurchsichtig und andere benutzerunfreundlich.

▶️ Was sehr viele Musikdatenbanken anbieten ist eine Einordnung des musikalischen Stils und eine BPM-Angabe.

BPM = beats per minute/Schläge pro Minute
Tempo des Musikstückes, je höher die hier angegebene Zahl ist, desto schneller ist der Beat

Du bekommst also schon bevor du den jeweiligen Musik-Schnipsel abspielst Informationen darüber.

▶️ Wenn du dir unsicher bist, hör unbedingt in verschiedene Stücke rein und lass die Musik auf dich wirken.

▶️ Bei manchen Anbietern kannst du auch eine Vorschau des Musikstücks kostenfrei herunterladen und somit die Wirkung in Verbindung mit deinem Podcast testen.

▶️ Hol dir, wenn du nicht weiter kommst, unbedingt Feedback von anderen Personen ein, deren Meinung zu schätzt.

▶️ Viele Plattformen bieten außerdem die Möglichkeit nach genau diesen Angaben zu filtern. So werden dir nur relevante Musikstücke angezeigt.

▶️ Oft lässt sich auch nach Genre (Hip Hop, Rock, Rap) oder Stimmung (melancholisch, romantisch) filtern.

▶️ Wenn du dir mit der von dir gewählten Website unsicher bist, hast du drei Möglichkeiten:
• lies in den jeweiligen Nutzungsbedingungen nach,
• frage beim Anbieter direkt nach
• oder lass bei Zweifeln lieber die Finger weg.

▶️ Übrigens sollte die Musik nicht nur zu deinem Thema passen, sondern auch zu dir als Person. Ich würde z.B. niemals Hip Hop, Rap oder R’n’B nutzen, weil ich mich damit nicht identifizieren kann.

Welche Musik darf ich denn nun unter welchen Umständen benutzen?

Im nachstehenden Text gehe ich näher auf die folgenden Begrifflichkeiten ein:

• GEMA
• Gemeinfreie Musik
• Lizenzfreie Musik
• Creative Commons-Lizenz
• Royalty free

GEMA

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist eine Verwertungsgesellschaft mit treuhändersicher Vermittlerrolle, nimmt Urheberrechte für Mitglieder (Komponisten, Textdichter, Musikverleger) wahr und stellt sie Musiknutzern gegen Vergütung zur Verfügung.

Im GEMA Lizenzshop kannst du eine Podcasting-Lizenz erwerben. Die Kosten hierfür hängen von Nutzungsdauer und reiner Musiklänge ab. Eine Lizenzerteilung ist jeweils an den Podcast geknüpft.

Ist ein Musiker an GEMA angeschlossen, darf derjenige nicht einfach so seine Musik zur Verfügung stellen.

Das österreichische Pendant zur GEMA ist die AKM. In der Schweiz ist die SUISA hierfür zuständig. Es gibt also auch AKM-freie und SUISA-freie Musik.

Gemeinfreie Musik

Urheberrecht besteht zu Lebzeiten des Urhebers uneingeschränkt. Der jeweilige Künstler kann die Nutzung seines Werkes untersagen. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers findet eine Verjährung statt und die Musik wird gemeinfrei.

Lizenzfreie Musik

Aufgrund des bestehenden Urheberrechts gibt es kein lizenzfrei. Nutzungsrechte müssen auch bei vermeintlich kostenloser Musik geklärt werden.

Creative Commons-Lizenz

Hierbei legt der jeweilige Urheber selbst fest, was mit seinem Werk gemacht werden darf, Informationen stehen i.d.R beim jeweiligen Musikstück dabei. Diese Werke dürfen meist kostenfrei genutzt werden. CC-lizenzierte Musik ist gemafrei und die Nutzungserlaubnis wird automatisch mit Lizenzierung erteilt.

Royalty free

Rechte zur Nutzung der Musik sind vorab geklärt und für den Kunden entstehen seitens des Lizenzgebers keine Folgekosten.

Was kann eine Lizenz umfassen?

• Darf die Musik bearbeitet werden?
• Ist eine Namensnennung des Urhebers erforderlich?
• Wofür darf ich sie verwenden?
• Ist die kommerzielle Nutzung erlaubt?

Handelt es sich um eine einmalige Gebühr oder zahlst du regelmäßig für die Nutzung der Musik? Hab auf jeden Fall auch den Ablauf deiner Lizenz im Blick.

Andere zu fragen woher sie ihre Musik beziehen finde ich insofern gefährlich, weil du oft nicht wissen kannst ob diese es richtig machen.

Eine Nennung des Urhebers in den Shownotes gehört für mich zudem zum guten Ton dazu – es ist eine Wertschätzung des Künstlers.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, hast du folgende Möglichkeiten:
• Musikstück eigens komponieren lassen und sämtliche Rechte hieran sichern
• Musik im Podcast komplett weglassen
• Schriftliche Bestätigung des Anbieters und/oder Urhebers einholen.

Die Inhalte in diesem Beitrag sind mit größter Sorgfalt erstellt, ersetzen jedoch keine Rechtsberatung. Außerdem empfehle ich dringend vor der Musiknutzung die Nutzungsbedingungen und AGB der jeweiligen Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls anwaltlich prüfen zu lassen.

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